Rückblick 2017

5. Anwendertreff Maschinensicherheit 2017

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  Digitalisierung wirkt sich auch auf Safety-Konzepte aus

Wie sich die zunehmende Digitalisierung auf die Sicherheitskonzepte von Maschinen auswirkt, diskutierten Konstrukteure, Hersteller und Betreiber auf dem Anwendertreff Maschinensicherheit, zu dem konstruktionspraxis am 27. September 2017 zum 5. Mal nach Würzburg eingeladen hatte.



Stand auf dem ersten Anwendertreff 2013 noch die funktionale Sicherheit der einzelnen Maschine im Vordergrund, spiegelten die Schwerpunkte der aktuellen Veranstaltung die dynamische Entwicklung im Maschinenbau wieder.

So werden in der Produktion der Zukunft Maschinen nicht mehr isoliert arbeiten, sondern vernetzt. Sie werden ihre Funktionen automatisch neuen Anforderungen anpassen, individualisierte Produkte in Serie produzieren und selbstständig lernen. Roboter werden den Menschen bei den unterschiedlichsten Aufgaben unterstützen und Hand in Hand mit ihm zusammenarbeiten. Weil in Zukunft darüber hinaus verstärkt Gefahr von außen droht, gilt es nicht mehr nur die Gefahr zu beherrschen, die von der Maschine ausgeht, in Zukunft müssen die Maschinen selbst vor Angriffen geschützt werden.

Mit einem Ausflug zum Thema Wirtschaftsschutz eröffnete Sven Engelmann vom Bundesamt für Verfassungsschutz die gut besuchte Veranstaltung. Engelmann machte dabei deutlich, dass der "Faktor Mensch" eine zentrale Rolle bei der Wirtschaftsspionage und -sabotage spielt.

Fehlende Security-Maßnahmen hebeln auch die Safety aus
Wie wichtig der Schutz von Maschinen und Anlagen vor Angriffen von außen ist, zeigte anschließend Björn Kasper, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dresden, in seiner viel beachteten Keynote eindrucksvoll am Beispiel einer realen und sehr schlecht abgesicherten Werkzeugmaschine.

Durchaus kritisch, aber mit einem Augenzwinkern hinterfragte Matthias Schulz, aktiv in der Beratung und Schulung zur Maschinensicherheit sowie langjähriges Mitglied des Beirats für Normen der tekom Gesellschaft für technische Kommunikation e. V., Stuttgart, den Sinn einzelner Normen. Auf unterhaltsame Art und Weise deckte Schulz wunderliche Begrifflichkeiten, Widersprüche, schockierende Praxisferne und echten Unsinn auf. Nicht unerwähnt blieb die Tatsache, dass Normen oft auch geprägt sind von der Interessenlage derer, die sie mitgestalten. Dabei stellte Schulz den Sinn von Normen keineswegs grundsätzlich in Frage, appellierte aber an die Teilnehmer, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Außerdem stünde es jedem Konstrukteur frei, bei seiner Lösung von den Normen abzuweichen, solange der die Sicherheit nachweisen und dokumentieren könne.

Mit der Abschluss-Keynote zur CE-Kennzeichnung von Niederspannungsprodukten ging Referent Roman Preis auf die Änderungen bei der Niederspannungsrichtlinie ein, die die gesetzliche Grundlage für das CE-Kennzeichnungsverfahren bildet. Das müssen elektrisch betriebene Produkte durchlaufen, die im EU-Markt in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden. Preis erläuterte die verschiedenen Schritte und Aufgaben anschaulich, die Hersteller (Inverkehrbringer) durchführen müssen.

Vernetzung und MRK stellen neue Anforderungen an die Safety
Die vier Praxisforen griffen die aktuellen Entwicklungen in der Industrie und ihre Auswirkungen auf die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen auf: die Rolle der Security für die funktionale Sicherheit – Stichwort Cyberkriminalität –, die Verkettung von Maschinen und Anlagen – Stichwort Vernetzung –, die konstruktive Gestaltung von Maschinen – Stichwort Manipulationsschutz – sowie die sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter – Stichwort Kollaboration. Die zum Teil lebhafte Diskussion der Teilnehmer mit den Referenten zeigte die Relevanz der Themen. Auch die begleitende Fachausstellung wurde von den Teilnehmern rege besucht. Der 6. Anwendertreff Maschinensicherheit findet am 26. September 2018 statt. (ud)
www.konstruktionspraxis.de




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